Zum Beispiel Indien...
Ein Leben komplett verändern, einen Menschen aus der Hoffnungslosigkeit befreien - das kann schon mit geringen Mitteln und in kurzer Zeit passieren. Diese Vision verfolgt „Vimochana", ein Zentrum für Existenzgründung im südindischen Athani. Dort finden vorwiegend die Kinder der „Devadasis" Hilfe. Das sind Frauen, die schon in jungen Jahren von ihren Müttern als Tempeldienerinnen geweiht wurden und in dieser Tradition gezwungen werden, ihren Lebensunterhalt durch Prostitution zu verdienen.
Das Devadasi-Projekt Vimochana bietet eine Vielzahl von mehrwöchigen Kursen an, um der Bevölkerung in dieser ländlichen Gegend einen Weg aus der Armut zu bieten. Beim Molkereikurs etwa lernen die Teilnehmenden, wie sie ihre Tiere pflegen und füttern, die Milch verarbeiten oder eine Biogas-Anlage bauen können. Junge Männer machen den Führerschein und können als Motorrikscha-Fahrer Geld verdienen, andere lernen den Umgang mit dem Computer, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu steigern.

In den letzten Jahren haben sich insbesondere junge Frauen durch diese Kurse von dem Zwang befreit, ihren Müttern in die Kult-Prostitution zu folgen. Allerdings nimmt der Menschenhandel durch Kriminelle zu. So denkt man in Vimochana daran, für Mädchen, die in die Bordelle der Großstadt Mumbai/Bombay verschleppt wurden, ebenfalls Hilfe zur beruflichen Qualifikation und Resozialisierung anzubieten.