Indonesien

Tabita sitzend im Kreis ihrer Mitstudierenden

Auf den 6.000 bewohnten Inseln Indonesiens leben 240 Millionen Menschen, davon 88% Muslime. In der Gemeinschaft christlicher Kirchen in Indonesien (PGI) haben sich 88 protestantische Kirchen zusammengeschlossen. Viele ihrer Mitglieder, besonders in entlegenen Gegenden, haben nur schwer Zugang zu höherer Bildung. Um ihnen zu helfen hat die PGI im Jahr 2000 einen Stipendienfonds (YBO) gegründet, der ausschließlich das Hochschulstudium unterstützt.

Für Kirchen in einer überwiegend nichtchristlichen Umgebung wie Indonesien ist die Qualifizierung ihrer jungen Mitglieder eine Chance zur Teilhabe an der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gestaltung des Landes.

Marjan Bato

Mein erster Schnee

Ich wohne in Indonesien auf der Insel Java.
Als ich 12 Jahre alt war starb mein Vater. Meine Mutter ist taub.

Wir sind acht Geschwister, fünf von ihnen haben lediglich eine Grundschule besucht.
Ich dagegen habe mithilfe eines Stipendiums eine weiterführende Schule besuchen können, die ich als Jahrgangsbester absolvierte. Bevor ich mich an einer Universität einschreiben konnte, habe ich ein Jahr gearbeitet. Mit dem Verdienst konnte ich dann wiederum ein Jahr lang mein Studium der Meeresbiologie auf der Insel Sulawesi finanzieren. Weil ich immer sehr aktiv am Gemeindeleben teilnahm, wurde ich auf die Chance eines Stipendiums der AUSBILDUNGSHILFE aufmerksam gemacht. So bekam ich die Möglichkeit, mit einem Bachelor die Universität abzuschließen.

Den mir daraufhin angebotenen Job bei einer internationalen Firma gab ich jedoch nach einem Jahr auf, weil ich Zweifel an den ethischen Praktiken der Firma bekam.
Als Mathematiklehrer an einer Privatschule und mit einem Lehrauftrag der Universität von Papua-Neuguinea habe ich dann immer stärker die Universitätslaufbahn eingeschlagen. Nun mache ich meinen Master im Fach Fischerei und Meeresbiologie, und wiederum finanziert die AUSBILDUNGSHILFE Kassel die Hälfte meiner Ausbildungskosten.

Tabita Siregar

Ich komme aus Indonesien, bzw. aus der Hauptstadt, Jakarta. Mein verstorbener Vater war Musiker, er spielte Klavier und hat auch Klavierunterricht gegeben. Meine Mutter ist Hausfrau. Ich habe auch eine ältere Schwester, die als Angestellte arbeitet. 2008 studierte ich Deutsch  und Pädagogik an der Staatlichen Universität Jakarta. Während des Studiums bekam ich ein Stipendium von der Ausbildungshilfe für 4 Semester, das mir sehr geholfen hat. Das Stipendium deckte die  Studiengebühr und Lernmaterialien ab. 2012 machte ich Praktikum an einer Oberschule in Jakarta als Deutschlehrerin. Ende 2013 habe ich meine Bachelorprüfung bestanden. Zurzeit wohne ich in München als Au Pair für ein Jahr. Ich wohne bei einer Gastfamilie und passe auf ihr Kind auf. Daneben helfe ich auch der Familie bei den kleinen Hausarbeiten. Dieses Au Pair Jahr ist eine gute Gelegenheit für mich, mein Deutsch zu verbessern, deutsche Kultur zu erleben und Erfahrungen zu sammeln. Wenn ich wieder in Indonesien bin, würde ich gerne als Deutschlehrerin und oder in einer deutschen Firma arbeiten.





Besuch aus Indonesien

Dina Tuasuun, eine jetzt 35-jährige Stipendiatin der AUSBILDUNGSHILFE aus Jakarta, kam Ende März 2017 nach Kassel in unser Büro, um sich für ihre Förderung zu bedanken.
Dina hatte sich  nach einem Studium der Theologie dem „Storytelling“ zugewandt: Mit der Präsentation ihrer Geschichten mit christlich-humanistischer Botschaft hat sie Kindern in Krisengebieten des riesigen indonesischen Archipels und Kindern in Krankenhäusern ihr Schicksal erleichtern helfen.
Durch diese Tätigkeit ergab sich ein weiteres Engagement, das Konzipieren und Herausgeben von Bilderbüchern. Eine ihrer kleinen liebenswerten Geschichten schaffte es sogar auf die Frankfurter Buchmesse 2016. Ihr neues kleines Büchlein, zweisprachig, brachte sie mit: A Pair of Sandals. Seine Botschaft „Einigkeit in Vielfalt“ ist nicht nur im Vielvölkerstaat ihres Herkunftslandes von Bedeutung.  Die AH unterstützte sie als sie sich weiter qualifizierte und ein Studium der Literaturwissenschaften unter besonderer Berücksichtigung von Kinderbüchern aufnahm.
Eberhard Will und Rolf Römer trafen sie im Herbst des letzten Jahres bei ihrem Besuch bei den Partnern in Indonesien.
Nun hat Dina „Dankeschön“ gesagt, als sie auf dem Weg zu einer Arbeitstagung in Valencia war.

Die Botschaft dieser sympathischen jungen Frau, Mutter eines 10-jährigen Sohnes, ist klar: Sie will mit dazu beitragen, das Gemeinschaftsgefühl der christlichen Gemeinden in Indonesien und die Persönlichkeiten der jungen Gemeindemitglieder der christlichen Minderheit zu stärken. Dazu hilft ihr der Zuschuss der Ausbildungshilfe zu ihrem Studium.
Den Dank geben wir gerne weiter an die vielen Spenderinnen und Spender aus dem Bereich der Evangelischen Kirche Kurhessen und Waldeck.